Du oder Sie?

Kundenansprache im Business

Grafik mit lesendem goldbutt und Text
Christiane Ladwig sitzt am Schreibtisch und telefoniert

Sind Sie eher der formelle „Sie“-Typ? Oder geht dir ein vertrauensvolles „Du“ einfach leichter über die Lippen? Für Christiane Ladwig, Geschäftsführerin der Agentur goldbutt, stellt sich diese Frage seit ihrer ersten Anstellung eigentlich nicht mehr. Hier berichtet sie, wie sie es mit der direkten Anrede im Business-Kontext hält – sowohl im Arbeitsalltag, in Kundengesprächen als auch in den eigenen Websitetexten.

Du. Das neue Sie?

Ich duze wirklich gern. Das war schon immer so. Und ich wende das nicht mit verschwörerischem kumpelhaften Augenzwinkern an, sondern folge da wohl eher der offenen, unverkrampften Skandinavierin in mir. Und natürlich duze ich nicht gleich jeden. Manchmal will ich das vielleicht auch gar nicht. Und gerade bei geschäftlichen Kontakten ist das in unserem deutschen Sprachgebrauch auch definitiv nicht immer angemessen. Aber ich bewerte Beziehungen auch nicht danach, ob man sich duzt oder siezt. Eine vertrauensvolle Beziehung auf „Sie“-Basis kann manchmal besser sein, als eine toxische, angebliche „Du“-Freundschaft. Wichtig ist mir nur, da klar zu sein und nicht in den Du-Sie-Taumel zu geraten. So wie mein Vater, der zu meiner Mutter (tagsüber seine Sekretärin) im Büro gerne sagte: „Frau Ladwig, kommst du bitte zum Diktat?“

Deutsche Steifigkeit gegen internationales Laissez-faire

Wir haben das Thema natürlich auch im Schwarm diskutiert. Was machen wir auf unserer Website? Modernes „Du“ contra antiquarisches „Sie“? Ist ein „Du“ automatisch freundschaftlich-privat, ein „Sie“ geschäftlich-distanziert? Nein, so einfach ist das in meinen Augen nicht. Jahrhundertealte Gewohnheiten legen sich auch im globalen Verbrüderungs-Internet-Zeitalter nicht von heute auf morgen ab. Müssen sie auch nicht. Durch Social Media hat man ja inzwischen fast den inflationiären Zwang, zu duzen. Ein harter Schritt für uns Du-unerfahrene Deutsche. Für die meisten unserer Nachbarn gelebte Normalität. Und natürlich: auch goldbutt duzt auf Facebook und Instagram. Finden wir gut. Deckt sich mit unserem Wohlfühlempfinden. Und wir duzen auch hier im Blog. Passt für uns auch. Aber wie du (und Sie auch) vielleicht auch gemerkt hast: Auf unserer Website tun wir es nicht!

Andere Länder (Kanäle), andere Sitten

Über die Website findet oft der Erstkontakt zu uns statt. Und der ist geschäftlich. Seriös. Hier zählt unsere Expertise. Was wir anbieten. Wie wir ticken. Hier zeigen wir, dass wir können, was wir können. Was sich daraus entwickelt, sehen wir dann. Aber das kommt eben erst später.

Denn ein „Du“ ist noch lange kein Freifahrtschein für Vertrauen und gute Zusammenarbeit. Die muss man jeden Tag aufs Neue bestätigen. Denn Höflichkeit, Respekt und Wertschätzung werden gegeben und sind nicht das Resultat einer Entscheidung für „Du“ oder gegen „Sie“. Zugegeben, ich duze viele unserer Kunden. Das liegt aber daran, dass wir mit vielen Kunden auch seit vielen Jahren zusammenarbeiten. Da ergibt sich irgendwann eine echte Vertrauensbasis, die dann auch irgendwann beim „Du“ landet. Ohne, dass deshalb irgendein Respekt verloren geht.

Wir mögen eben keine One-Night-Stands, sondern langjährige Beziehungen, in denen Agentur und Kunde gemeinsam wachsen und sich entwickeln. Vielleicht auch vom „Sie“ zum „Du“. Wobei – je länger ich darüber nachdenke: „DuSie“ scheint mir eine nette Person zu sein. Vielleicht sollte ich sie mal kennenlernen…   

Disclaimer: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in diesem Artikel auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

Christiane Ladwig steht am Türrahmen und lächelt Sie an

Christiane Ladwig, Autorin dieses Textes, Chefin von goldbutt und leidenschaftliche Verfechterin von bewussten Kundenansprache-Entscheidungen. Lebt und arbeitet im Herzen von Schleswig-Holstein, genauer gesagt in Bordesholm. Trinkt ihren Kaffee am liebsten mit Milchschaum. Hat beim Texten der neuen goldbutt-Website lange überlegt, ob sie ihre Kunden Duzen oder Siezen soll. Dabei entstand dieser Beitrag.

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